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Gedenkveranstaltung für Lisa Meyersohn | Überleben im Jüdischen Krankenhaus Berlin

12.09.2022

Am Freitag, den 9. September 2022 erinnerte das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin an der Charité in einer nahegehenden und zugleich schönen Gedenkfeier an das außergewöhnliche Schicksal von Lisa Meyersohn und an die Geschichte des Jüdischen Krankenhauses. 

Lisa Meyersohn gehörte zu den Krankenschwestern im Jüdischen Krankenhaus, die das Dritte Reich überlebt haben. Ihr Vater, der Allgemeinmediziner Siegbert Meyersohn, ihre Mutter Käthe und ihre jüngere Schwester Eva wurden in Ausschwitz ermordet. Nach dem Krieg emigrierte Lisa Meyersohn nach Brasilien. Sie hat selbst keine direkten Nachkommen. Verwandte, die heute in London leben, berichten, dass sie mit Leib und Seele Krankenschwester war. Auf den meisten Fotos, die erhalten sind, ist sie in ihrer Schwesterntracht abgebildet.

In seinem Redebeitrag erinnerte Herr Dr. Jungehülsing an die außergewöhnliche Geschichte des Jüdischen Krankenhauses, das immer auch ein Ort der Erinnerung sein wird. Er würdigte die Arbeit der Menschen, die unter schlimmsten Umständen hier tätig waren und sich selbst geopfert haben. In der Tradition von Menschen wie Lisa Meyersohn respektieren wir jeden Patienten, jeden Menschen in seiner Menschenwürde, unabhängig von Religion oder Kultur, Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit. Herr Dr. Jungehülsing mahnte, dass wir immer wieder an die Verbrechen während der Nazi-Zeit erinnern - und uns ins Bewusstsein rufen, dass so etwas nie wieder passieren darf! 

Während einer Besichtigung unseres Hauses ermöglichte Herr Dr. Jungehülsing den Verwandten von Lisa Meyersohn, ihrer Nichte, Sue Kessler und ihrem Mann, Benedict Roth einen Einblick in die Gebäuden und Räumlichkeiten, den Ort, an dem ihre Verwandte Lisa Meyersohn als Krankenschwester mit voller Hingabe half, Menschen zu heilen.