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Vorübergehend keine Besuche im Jüdischen Krankenhaus Berlin

16.10.2020

Das Jüdische Krankenhaus Berlin hat sich aufgrund der besorgniserregenden Infektionsentwicklung, insbesondere im Bezirk Mitte, dafür entschieden, zum Schutz der Patient*innen und Mitarbeitenden mit Wirkung vom 16.10.2020 bis auf Weiteres keine Besuche mehr zuzulassen. Von dieser Regelung ausgenommen sind Besuche von Schwerstkranken und Sterbenden.

Anlass für die Anpassung der bisher geltenden Besuchsregelung im Jüdischen Krankenhaus Berlin sieht der krankenhauseigene Pandemiestab zum einen in der überaus hohen 7-Tage-Inzidenz im Bezirk Berlin-Mitte und der damit einhergehenden zunehmenden Zahl an Covid-Patient*innen im Krankenhaus sowie zum anderen in den noch ungeklärten Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit in Bezug auf die neue nationale Corona-Testverordnung vom 15.10.2020.

Letztere sieht vor, bei einer 7-Tage-Inzidenz über 50/100.000 alle Besucher*innen von Krankenhäusern unmittelbar vor jedem Besuch mittels eines Antigen-Tests auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu testen. Bisher gibt es keine konkreten Informationen darüber, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Anzahl die Antigen-Tests zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bestehen ungeklärte Fragen hinsichtlich der praktischen Umsetzung der Testungen vor Ort inklusive des Umgangs mit positiven Testergebnissen.

Um auch weiterhin die vollständige Leistungsfähigkeit des Jüdischen Krankenhauses Berlin bereitstellen zu können, gelten daher ab sofort und bis auf Weiteres die folgenden Besuchsregelungen:

  • Besuch ist ausschließlich für Schwerstkranke und Sterbende möglich. 
  • Dabei ist pro Patient*in weiterhin maximal ein Besuchender pro Tag zugelassen, der volljährig und namentlich in Absprache mit den zuständigen Chef- bzw. Oberärzt*innen vorangemeldet sein muss. 
  • Weitere Besuche sind nicht möglich.

„Bisher haben wir alles in unserer Macht Stehende unternommen, um den Schutz und das Wohlergehen der uns anvertrauten Patient*innen sowie der Angestellten zu gewährleisten und zur Eindämmung der Coronapandemie beizutragen. Unser speziell erarbeitetes Sicherheits- und Hygienekonzept umfasst so zum Beispiel u.a. die Testung aller neu aufgenommener Patient*innen sowie die regelmäßige Testung unserer Mitarbeitenden aus patientennahen Tätigkeitsbereichen“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Kristof Graf. „Doch angesichts der derzeitigen sich zuspitzenden epidemischen Lage in Berlin und insbesondere im Bezirk Mitte sehen wir uns leider gezwungen, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und einen erneuten Besuchsstopp zu veranlassen.“

Brit Ismer, Kaufmännische Direktorin des Jüdischen Krankenhauses Berlin, fügt hinzu: „Im Wesentlichen geht es uns zum einen um den Schutz der vulnerablen Gruppe unserer Patient*innen, die wir vor einer Infektion mit dem Coronavirus durch externe Kontakte schützen müssen. Dies ist unter den baulich räumlichen Bedingungen unseres Hauses eine große Herausforderung. Zum anderen ist auch die Sicherstellung des Wohlergehens des Krankenhauspersonals, für das wir eine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber haben und ohne das die ärztliche und pflegerische Versorgung im Krankenhaus unmöglich ist, essentiell. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung von Covid-Patient*innen, sondern gerade auch um die Behandlung der Patient*innen mit anderen Krankheitsbildern. Wir müssen dafür Sorge tragen, den Klinikbetrieb als Akut- und Notfallkrankenhaus in Berlin-Mitte für die Bevölkerung unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie aufrecht zu erhalten.“

Dass es sich bei dem erneut verhängten Besuchsstopp um eine erhebliche Einschränkung für die Patient*innen handelt, ist den Verantwortlichen im Jüdischen Krankenhauses Berlin sehr bewusst. Mit verschiedenen Angeboten und Maßnahmen zur Unterstützung, wie zum Beispiel der Bereitstellung von Tablets für Videoanrufe mit Angehörigen, wird der Aufenthalt im Krankenhaus so angenehm wie möglich gestaltet. 

Die Notwendigkeit der Besuchseinschränkung wird permanent geprüft. Bei Verbesserung der Rahmenbedingungen ist eine Lockerung der Regelung vorgesehen.