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Vortrag für Betroffene und Interessierte

25.11.2019
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen Vortrag: Psychiatrie und Gewalterfahrung

Weltweit stellen Gewalterfahrungen einen erheblichen Risikofaktor für psychische Erkrankungen dar. Dennoch wird das Phänomen in der psychiatrischen Diagnostik und Therapie weder ausreichend erfasst noch in einer Form in das Verstehen des subjektiven Leidens einbezogen wie es für Betroffene hilfreich wäre.
Eine traumasensible Diagnostik und Therapie darf Gewalterfahrung nicht nur als persönliches schicksalhaftes Ereignis mit der Folge eines Störungsbildes konzeptualisieren. Vielmehr sollte der traumatische Prozess darüber hinaus als Ergebnis struktureller Bedingungen erfasst werden, die auch in der Verantwortung der Gemeinschaft liegen. Erschwert wird dieses Vorgehen vor allem bei häuslicher Gewalt durch anhaltende Vorurteile und mangelhaftes Wissen zu Gewaltdynamiken seitens der medizinischen Fachkräfte sowie der Vernachlässigung systemischer Ansätze und der Zusammenarbeit mit Schutz- und Unterstützungseinrichtungen.
Der Vortrag von Frau Dr. Körtner, Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Jüdischen Krankenhaus Berlin, versucht die Probleme einer in diesem Sinne traumasensiblen Diagnostik und Therapie anhand von Studien und Fallbeispielen darzustellen sowie mögliche Lösungen aufzuzeigen.
Wir hoffen das Publikum anzuregen, sich über Verbesserungen der medizinischen, psychiatrischen, psychotherapeutischen und sozialen Versorgung von Menschen, die v.a. sexuelle und häusliche Gewalt erfahren haben, auszutauschen.