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Pressemitteilung: Verkauf der Immobilie Wrangelstraße 83, 10997 Berlin

08.07.2020

Anlässlich diverser Berichterstattungen unterschiedlicher Medien zum Verkauf der Immobilie Wrangelstraße 83 in den vergangenen Tagen, in denen Sachverhalte teilweise unzutreffend geschildert werden, gibt die Stiftung Jüdisches Krankenhaus Berlin die folgende Presseerklärung ab:

Die  Immobilie Wrangelstraße 83 in 10997 Berlin gelangte Ende 2017 in das Eigentum der Jüdisches Krankenhaus Berlin Stiftung des bürgerlichen Rechts als Teil der Erbmasse des verstorbenen Eigentümers Willi Kolberg, mit dem zuvor langjährige gute Kontakte bestanden. Seit bereits 10 Jahren unterstützte er die Arbeit des Jüdischen Krankenhauses.

Die Stiftung Jüdisches Krankenhaus Berlin verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und ist selbstlos tätig. Mittel der Stiftung müssen für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

Zweck der Stiftung ist es, die öffentliche Gesundheitspflege zu fördern. Dieser Zweck soll insbesondere dadurch erreicht werden, dass die Stiftung das in 13347 Berlin gelegene Jüdische Krankenhaus Berlin fortführt.

Ganz bewusst wurde entschieden, die Verwaltung der Immobilie unmittelbar ab 01.01.2018 einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu übertragen, nämlich der gewobe Wohnungswirtschaftliche Beteiligungsgesellschaft mbH (einer Tochter der städtischen degewo). Seitdem - bis heute - wurden keinerlei Mieterhöhungen vorgenommen. Klageverfahren wurden ausschließlich in den wenigen Fällen angestrengt, in denen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wurde. Um eine Übersicht über den Instandhaltungsbedarf des Gebäudes zu erlangen, wurden zunächst Experten mit der Begutachtung des Gebäudes und der Erstellung eines Instandsetzungskonzepts beauftragt. Im Ergebnis stellten die Gutachter fest, dass das Gebäude erhebliche Mängel aufweist und teilweise nicht den geltenden Vorschriften entspricht. Es besteht ein über viele Jahre entstandener erheblicher Sanierungsstau der Immobilie.

Das Bewirtschaften, die Verwaltung und Vermietung von Immobilien sind nicht Aufgabe oder gar Zweck der Stiftung. Die Stiftung hat weder eigene Kapazitäten, die Immobilie zu bewirtschaften, noch verfügt sie über Investitionsmittel für die Immobilie. Hinzu kommt, dass die finanzielle Situation unter den Auswirkungen der Coronakrise für das Jüdische Krankenhaus äußerst angespannt ist.

Die Stiftung ist zur Verfolgung ihres vom Land Berlin als Stiftungsgeber bestimmten gemeinnützigen Zweckes auf zusätzlichen Mittelzufluss angewiesen. Da das Land Berlin seiner gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtung, investive Fördermittel für das Jüdische Krankenhaus Berlin bereitzustellen, insbesondere in den letzten Jahren nur sehr unzureichend nachkommen konnte, ist die Verwendung des Verkaufserlöses zur Erhaltung der gemeinnützigen Stiftung Jüdisches Krankenhaus Berlin dringend geboten. Die Erhaltung und Unterstützung des Jüdischen Krankenhauses war auch Herrn Kolberg immer ein wichtiges Anliegen, weshalb er bereits 2007 eine Stiftung gründete, die einzig diesen Zweck verfolgt.  

In Gesamtwürdigung der genannten Aspekte sahen wir uns gezwungen, die Immobilie zu veräußern. In unserem Bemühen, stets sozial verträgliche Lösungen zu finden, wurden die städtischen Wohnungsbaugesellschaften in diesen Prozess bevorzugt einbezogen und frühzeitig aktiv angesprochen.

Wir haben Verständnis für die Verunsicherung der Mieter und Mieterinnen und verschließen uns einer Ausübung des Vorkaufsrechts nicht.

Über das Jüdische Krankenhaus Berlin
Das Jüdische Krankenhaus Berlin ist ein modernes Notfallkrankenhaus mit einer über 260-jährigen Tradition. Rund 600 Mitarbeiter sind im Krankenhaus beschäftigt. Das Krankenhaus führt 352 Betten in den Fachrichtungen Innere Medizin: Kardiologie, Angiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, außerdem Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie. Die Anästhesiologie sowie eine Gemeinschaftspraxis für radiologische Diagnostik und minimalinvasive Therapie komplettieren das Leistungsspektrum. Das Krankenhaus ist nach KTQ® sowie als für Diabetespatienten geeignete Klinik von der DDG zertifiziert und verfügt darüber hinaus über folgende zertifizierte Zentren: interdisziplinäres Gefäßzentrum, MS-Schwerpunktzentrum, regionale Stroke Unit, Chest Pain Unit und Endoprothetikzentrum. Die Klinik für Psychiatrie trägt das CBASP-Zertifikat.