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Angst- und Zwangserkrankungen

Krankheitsbild

Angsterkrankungen sind neben den Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Ängste können sehr unterschiedliche Ausprägungen zeigen und oft die Lebensqualität und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Auch Zwangsstörungen werden zu den Angststörungen gezählt.

Angst ist eine Art Frühwarnsystem, das uns vor Schäden bewahren kann. Allerdings können Ängste auch das Gegenteil bewirken, wenn sie übertrieben oder irrational ausgeprägt sind.

Bekannte Angststörungen sind u. a. die Agoraphobie, die Panikstörung, die soziale Phobie, die generalisierte Angststörung und spezifische Phobien wie z. B. die Höhenangst. Bei allen Angststörungen wird die Angst auslösende Situation gemieden oder nur sehr schwer ertragen, so dass sich eine hohe Daueranspannung, Angst vor der Angst, ständige Sorgen und eine zunehmende Einschränkung des Lebens ergeben können.

Zwangserkrankungen liegen ebenfalls Ängste zugrunde. Diese können in der irrationalen Befürchtung bestehen, sich selber oder andere Personen z. B. mit einem Krankheitserreger zu infizieren oder sich durch Verhalten oder Gedanken Schaden zuzufügen. Durch ritualisierte Gedanken oder Handlungen wird versucht, dieser Angst entgegenzuwirken. Dies kann nach und nach immer mehr Raum im täglichen Leben einnehmen, so dass soziale und berufliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden können, weil die Rituale so viel Zeit und Konzentration beanspruchen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Wahl und wichtigste Säule der Therapie bei Angsterkrankungen wie der Zwangserkrankung ist die Verhaltenstherapie. In einigen Fällen kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie erfolgen. In der Verhaltenstherapie werden die Krankheit und ihre Symptome in die persönliche Biographie des Patienten eingeordnet. Es erfolgt eine genaue Untersuchung der Symptome und eine Bestimmung der Bedingungen ihres Auftretens. Es werden in praktischen Übungen die Situationen durchgespielt, in denen die Beschwerden typischerweise auftreten, um sie mehr und mehr berechenbar zu machen. Dadurch kontrolliert die Erkrankung immer weniger den Patienten; dieser lernt vielmehr, selbst die Kontrolle zu übernehmen. Dadurch nehmen die Symptome immer mehr ab.

In unserer Klinik arbeiten erfahrene Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten, die Sie in der Therapie begleiten werden. Meist wird die Therapie nicht während der stationären Behandlung bis ganz zum Ende durchgeführt, sondern die Behandlung so weit absolviert, bis eine Stabilisierung stattgefunden hat eine ambulante Weiterbehandlung möglich ist.