Zu den Inhalten springen
XingLinkedIn
[ ]
Schriftgröße+
english
russian

Darmerkrankungen

Wenn Darmprobleme länger anhalten, liegt häufig eine ernsthafte Darmerkrankung vor. Um Erkrankungen des Darms zu erkennen, gibt es verschiedene gastroenterologische Untersuchungen. Treten Darmbeschwerden bzw. Symptome wie Durchfälle, Bauchschmerzen, starke Gewichtsabnahmen oder andere Auffälligkeiten des Stuhlgangs über längere Zeit auf, müssen diese medizinisch abgeklärt und behandelt werden.

Bei einer Darmerkrankung leiden Patienten häufig unter folgenden Symptomen:

  • Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall oder Verstopfung
  • Schmerzen bzw. Krämpfe im gesamten Bauchbereich
  • Blähungen in Kombination mit Blut im Stuhl oder vermehrten Schleimauflagerungen

Darminfektionen gehören zu den häufigsten Darmerkrankungen. Krankheitserreger und Parasiten, die z.B. über verdorbenes Essen oder verschmutztes Trinkwasser aufgenommen werden, können durch Giftstoffe die Darmschleimhaut schädigen. Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit sind die Folge.

Betrifft die Entzündung ausschließlich den Wurmfortsatz, spricht man von einer Blinddarmentzündung. Sie kann durch Krankheitserreger oder Fremdstoffe ausgelöst werden. Typische Beschwerden sind Schmerzen in der Nabel- oder Magengegend, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber. In schweren Fällen muss der Wurmfortsatz operativ entfernt werden, da er sonst die Darmwand durchbrechen kann und der Darminhalt in die Bauchhöhle gelangt.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Man versteht hierunter eine gutartige Darmerkrankung, die sich vor allem durch das Auftreten von schweren Durchfällen, zum Teil mit Blutbeimengungen, bemerkbar macht. Zusätzlich treten beim Morbus Crohn sehr häufig Fisteln in der Afterregion auf.


Operationsverfahren
Der Morbus Crohn kann weder durch eine Operation, noch durch Medikamente vollständig geheilt werden. Daher darf bei jeder Operation, nur soviel Darm wie unbedingt notwendig entfernt werden, d.h. nur sparsam der erkrankte Darm. Abszesse und Fisteln müssen chirurgisch therapiert werden. Bei Zerstörung des Schließmuskels durch Fisteln muss ein künstlicher Darmausgang angelegt werden.

Die Colitis ulcerosa kann durch die Entfernung des Dickdarms geheilt werden. Besteht also die Operationsindikation, müssen Dickdarm und Mastdarm entfernt werden. Durch modernste Operationstechniken kann heutzutage ein künstlicher Darmausgang vermieden werden.

Unter einem Divertikel versteht man eine kleine Ausstülpung der Darmschleimhaut durch Muskellücken der Darmwand an jenen Stellen an denen auch die versorgenden Blutgefäße durch die Darmwand treten. Divertikel können im gesamten Dickdarm (Kolon), aber auch im Dünndarm, vorkommen. Am häufigsten findet man sie im Sigma (S-Darm), der sich im linken Unterbauch befindet. Finden sich mehrere Divertikel im Dickdarm so spricht man von einer Divertikulose. Die überwiegende Zahl aller Patienten mit einer Divertikulose, das heißt etwa 70-80 %, haben keinerlei Beschwerden. Entzünden sich diese Divertikel treten Schmerzen, meist lokalisiert im linken Unterbauch auf. Man spricht dann von einer Divertikulitis oder Sigmadivertikulitis. Etwa 10-20 % der Divertikulosepatienten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche symptomatische Entzündung.

Bei immer wieder auftretenden Entzündungen ist eine operative Therapie mit Entfernung des betroffenen Darmabschnittes indiziert um Komplikationen zu vermeiden.

Im Notfall (Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung, Darmverschluss) besteht immer die Notwendigkeit zur Operation. Manchmal muss in diesem Fall vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der jedoch nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden kann. Zudem besteht in einem solchen Fall immer akute Lebensgefahr, so dass bei immer wieder auftretenden Divertikelentzündungen mit Komplikationen rechtzeitig über eine Operation nachgedacht werden sollte.

Die sog. Fast-Track-Chirurgie bei Dickdarmeingriffen soll dem Patienten eine schnellere Genesung und einen kürzeren Aufenthalt in der Klinik ermöglichen. Hierzu ist die intensive Mitarbeit des Patienten schon am Operationstag und den weiteren Tagen in der Klinik notwendig. Wir wenden in unserer Abteilung ein modifiziertes Fast-Track-Verfahren an:

  • Eine intensive Darmreinigung durch Abführmittel entfällt.
  • Die notwendige Diagnostik, die Aufklärung über den Eingriff, das Narkosegespräch erfolgen in der Regel ambulant.
  • Der Bauchschnitt (Laparotomie) erfolgt quer, von rechts nach links verlaufend und ist damit schmerzarmer. Beim minimal-invasiven Verfahren sind die Zugänge entsprechend kleiner und schmerzarmer.
  • Die Schmerztherapie kann über einen Rückenmarkskatheter durchgeführt werden.
  • Die Einlage von Magensonden, Blasenkathetern und ernährende Venenzugängen sind nicht notwendig.
  • Der Patient darf noch am Operationstag wieder trinken und etwas eiweißreiche Kost (Joghurt) zu sich nehmen.
  • Am nächsten Tag muss der Patient mehrere Stunden aus dem Bett heraus, im Stuhl sitzen und gehen. Hierbei sind die Krankengymnasten behilflich.
  • Der Patient darf am ersten postoperativen Tag eine leichte Kost und Joghurt zu sich nehmen und sollte mindestens 1,5 l trinken.
  • In den weiteren Tagen wird die Ernährung angepasst und gesteigert. Der Patient läuft schon einige Treppen mit den Krankengymnasten. Bei Wohlbefinden und zufrieden stellender Darmfunktion, sowie bei reizlosen Wundverhältnissen kann eine Entlassung in der Regel nach einer Woche erfolgen. Die weitere Behandlung erfolgt ambulant.