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Pflegerische Betreuung

Im Pflegedienst des Jüdischen Krankenhauses Berlin engagieren sich ca. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der unmittelbaren Betreuung unserer Patienten. Über 98 % von ihnen haben eine 3-jährige Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in absolviert.

Zu den Aufgaben der pflegerischen Mitarbeiter gehört neben der direkten Pflege (Körperpflege, Lagerung, Ernährung und Umgang mit Ausscheidungen usw.):

  • Patienten auf den Verlauf von Krankheitssymptomen zu beobachten und die behandelnden Ärzte darüber zu informieren,
  • Patienten im Umgang mit der Krankheit zu beraten und anzuleiten, 
  • Bedürfnisse und Ressourcen der Patienten zu erkennen, zu berücksichtigen und das individuelle Wohlbefinden zu fördern,
  • Patienten in der schnellstmöglichen Wiederherstellung ihrer Gesundheit zu unterstützen und – wenn dies nicht möglich ist – für eine optimale Versorgung nach der Entlassung zu sorgen,
  • die Diagnose- und Behandlungsprozesse zu koordinieren, um einen reibungslosen und effizienten Ablauf zu gewährleisten sowie
  • Patienten an ihrem Lebensende einfühlsam zu begleiten.

Als Berufsgruppe mit dem intensivsten Patientenkontakt versuchen wir, Pflege als vertrauensvolles, aufmerksames und einfühlsames Beziehungsgeschehen erlebbar zu machen und Patienten unter Beachtung ihrer Würde und Autonomie durch den Krankenhausalltag zu begleiten. Deshalb setzen wir auf immer mehr Stationen die „Bezugspflege“ um.

Bezugspflege im Jüdischen Krankenhaus

Ein stationärer Aufenthalt stellt für jeden Menschen eine schwierige und ungewisse Situation dar. Zahlreiche Mitarbeiter des Krankenhauses, ob Pflegepersonal, Ärzte oder Angestellte unserer Verwaltung, werden im Verlauf des Krankenhausaufenthalts mit dem Patienten Kontakt aufnehmen. Diese Situation kann auf einige Menschen sehr verwirrend wirken.

Das Pflegepersonal auf den Stationen ist die Schnittstelle zwischen Arzt, Patient, sozialem Dienst und vielen anderen Mitarbeitern in unserem Haus. Erfahrungen im Klinikalltag zeigen, dass eine feste Bezugsperson für den Patienten positiv auf dessen Behandlungsverlauf wirken. Aus diesem Grund führen wir im Jüdischen Krankenhaus Berlin seit 2012 auf ausgewählten Stationen das Pflegesystem „Bezugspflege“ ein.

Bezugspflege oder auch Primary Nursing genannt, ist ein ganzheitliches Pflegesystem, das sich an den Bedürfnissen des Patienten orientiert. Den Patienten, die länger als drei Tage im unserem Haus verweilen, wird ein(e) so genannte Bezugsschwester, -pfleger zugeordnet. Diese Pflegekraft trägt für die ihr/ihm zugeteilten Patienten die Verantwortung von der Aufnahme bis zur Entlassung. Dabei geht es um den Aufbau einer professionellen Beziehung zwischen Patient und Pflegekraft. So erhebt zu Beginn des Krankenhausaufenthalts die Bezugsperson alle pflegerelevanten Informationen des Patienten. Auf Grundlage dieser gewonnenen Erkenntnisse erstellt sie/er mit dem Patienten eine Pflegeplanung. Während des Aufenthalts im Krankenhaus trägt die/der Bezugsschwester, -pfleger dann die Verantwortung, dass die mit dem Patienten besprochenen Maßnahmen im Sinne des Patienten durchgeführt werden.

Zudem ist die Bezugsschwester, -pfleger die zentrale Anlausstelle für die Angehörigen ihrer(s) Patienten, aber auch Interessenvertreter für den Patienten gegenüber anderen Berufsgruppen in unserem Krankenhaus. Durch die pflegerische Kontinuität baut sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Pflegekraft und Patient auf, das vor allem in Krisensituationen für den Patienten sehr hilfreich sein kann.

Wir sind aktiv im "Deutsches Netzwerk Primary Nursing" vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

Zur Evaluation der Pflegeorganisation nutzen wir u. a. das Instrument zur Erfassung von Pflegesystemen®.

Die Pflegekräfte sind die wichtigste Schnittstelle zwischen Patienten und allen am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen. Sie sind in die Ablauforganisation und Prozesssteuerung eingebunden und gestalten sie aktiv mit. So sind Pflegekräfte zum Beispiel bei der Terminvergabe, bei der Schmerzbekämpfung und bei der Vorbereitung der Entlassung engagiert.

Selbstverständlich besprechen wir alle geplanten Maßnahmen mit unseren Patienten, beziehen ihre Wünsche in die Planungen mit ein, informieren sie umfassend und bieten Gelegenheit zur Schulung und Anleitung.

Um der ständigen Weiterentwicklung in Medizin und Pflege gerecht zu werden, sind alle Pflegekräfte zu mindestens 20 Fortbildungsstunden pro Jahr verpflichtet. Viele Pflegekräfte sind darüber hinaus als Pflegeexperten, z. B. für die Wundversorgung, die Schmerzbekämpfung oder in der Diabetikerberatung qualifiziert und werden bei Bedarf in die Behandlung eingebunden.

Als praktische Ausbildungsstelle kooperieren wir mit der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V. und stellen pro Jahr 16 Ausbildungsplätze in der Pflege sowie weitere im Bereich Operationstechnische/r Assistent/in (OTA) und Medizinische/r Fachangestellte/r zur Verfügung. Auf allen Stationen werden die Auszubildenden von qualifizierten Praxisanleitern angeleitet.

Das Pflegemanagement beteiligt sich intensiv an Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und engagiert sich auf politischer Ebene für eine patientengerechte Pflege nach aktuellem pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Nachhaltigkeit in der Versorgungsqualität für die Zukunft zu sichern.

Rita Hemkendreis

Pflegedirektorin
Rita Hemkendreis

Sekretariat
Beata Ramisch-Nowak
Tel.: 030 4994-2384
Fax: 030 4994-2486
E-Mail: beata.ramisch-nowak@jkb-online.de

 

Wir verstehen unsere Patienten – in 18 Sprachen
Sprachprobleme sind im Jüdischen Krankenhaus die große Ausnahme. Für fast jeden Patienten finden wir aus dem Kreise unserer Mitarbeiter immer jemanden, der die jeweilige Sprache spricht. Wir beschäftigen in allen Bereichen Mitarbeiter verschiedenster Nationalitäten und Glaubensrichtungen.